• Die Entwicklung einer Spiel-Philosophie oder auch einer Lebens-Philosophie ?

    Entnommen aus der Kommentarspalte per copy & paste und nicht weiter von mir bearbeitet.

    https://www.reviersport.de/art…te-deutlich/#comments_box

    Wegen der Kontinuität von unten nach ober zu lesen, also auf Seite 4 ab 02.11.2019 - 22:08 - Außenverteidiger, falls noch was hinzu kommt.


    Da alles innerhalb des RS bleibt, setzte ich aller Einverständnis voraus.


    Edit sagt: wg. 10.000 Zeichen alles in vier Teilen gepostet und die aktivierten, hier unnötigen Links deaktiviert,

    Ansonsten, viel Spaß mit dem RWEs Fan Output.


    05.11.2019 - 10:14 - Außenverteidiger

    Schön geschrieben und ich teile deine Einschätzungen und Meinungen. Geht mir genauso. Die Schreibweise von mir ist aggressiv, weil sie so sein muss. Als Gegenpol zu den Leuten, die sich für tolerant halten und die Permissivität zulassen. Ein Irrglaube auf falschen Annahmen.


    Werde nur auf den Teil der Gewalt eingehen, weil er zum Sport passt. Richtigerweise hast du die Entwicklung zwischen OK und Rechtsstaat beschrieben. Durch die Aufklärung wird die OK ans Tageslicht geführt und für viele als unangenehm empfunden. Nur die haben unsere Unterschicht und untere Mittelschicht erzogen und zusammen gehalten. Die Grenzen waren klar. Nimmt man ein Gewaltmonopol weg, dann muss ein neues sofort präsent sein. Ansonsten kommt´s zu "schockierenden" Taten. Mir ist der Rechtsstaat lieber. (Bin ein absoluter Steuerfan, weil ich Steuern einem Schutzgeld vorziehe.)


    Gleichzeitig bleibe ich bei der emotionalen Schreibweise, wenn es um unseren Verein oder gegen Straftäter geht. :)

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    05.11.2019 - 06:46 - Anton Leopold

    @Außenverteidiger

    Ich habe Deinen Beitrag zum Sozialisationsthema mehrfach gelesen. Das ist nicht einfach zu verstehen, aber mich berührt der Text, weil ich das, was Du schreibst, so gut nachvollziehen kann, aus Erfahrung klug geworden bin und die Dinge deshalb fast genauso sehe. Allerdings ist mein Meinungsfindungsprozess noch nicht abgeschlossen.


    Ich sehe im Vollzugsdefizit das Hauptproblem, das alle anderen Probleme überlagert. Es beruht auf Illusionen, die platzen, wenn man wie Du mit dem Trikot auf den Platz geht. Das Gewaltmonopol des Staates ist dort faktisch aufgehoben und es findet eine Rückkehr zu archaischen Strukturen statt. Schuld ist die Sportsgerichtsbarkeit, die durch robustes Durchgreifen Schlimmeres hätte verhindern können. Durch Permissivität, beruhend auf Feigheit und Opportunismus der Verantwortlichen, haben sich Strukturen verfestigen können, die uns heute allen schaden.


    Ich hatte vor 15 Jahren kurze Zeit einen Mitarbeiter vom Balkan. Sehr intelligent und im Prinzip auch rechtschaffen. Seine Theorie, warum Jugoslawien als Staat von Anfang an zum Scheitern verurteilt war, so simpel wie originell, brachte uns trotz aller Bitterkeit jedesmal zum Lachen, wenn er ein neues Beispiel zur Untermauerung seiner Thesen vortrug. Ein guter Junge, der gut und gerne hätte RWE-Fan sein können. Irgendwann erzählte er mir von seiner Sperre, weil er bei einem Meisterschaftsspiel den Schiedsrichter K.O. geschlagen hatte. Das war für ihn - Auswahlspieler - einerseits das Ende der Karriere als Fußballer, andererseits eine Gelegenheit, seine Einstellungen insgesamt zu überdenken. Er war wie ich der Meinung, dass Strafe sein muss und die Permissivität sowie die doppelten Maßstäbe unser Hauptproblem sind. Bei xing kann ich sehen, welche Karriere er hingelegt hat - beeindruckend.


    Der Fußballplatz ist nicht der einzige Ort, an dem Wunsch und Wirklichkeit aufeinander treffen. Weil ich aus beruflichen Gründen manchmal gezwungen bin, gefährliche Orte aufzusuchen, bzw. zu durchschreiten, trage ich einen Guardian Angel I in der Hosentasche und eine Weihrauch mit Pfeffer in der Manteltasche. Den kleinen Waffenschein habe ich. Der Angel sieht aus wie ein Grillanzünder und irritiert mehr als das er abschreckt. Das bietet mir aber Optionen in Konfliktlagen. Die Weihrauch ist sehr teuer, da sehr leicht. ata1907, der in Frieden hinter seinem Deich Tee oder Bier trinkt, dürfte jetzt ganz schön staunen. ;-)


    Diese Orte, die ich aus beruflichen Gründen gezwungen bin zu durchschreiten, wurden früher offen von der organisierten Kriminalität verwaltet. Das hatte den irritierenden Effekt, dass eine illegale Ordnungsmacht neben der staatlichen Ordnungsmacht dafür sorgte, dass harmlose Bürger wie ich nie belästigt wurden. Durch den politischen Druck und die Berichterstattung der Presse machte der Staat dem offenen Treiben ein Ende. Die OK ist natürlich noch da, aber weniger sichtbar. Die troubleshooter auf ihren Mountainbikes, die troublemakern kurzerhand die Fresse polierten, sind weg. Dadurch entwickeln sich spontan Gefahren für alle, die nicht aufpassen.


    Finde ich das gut, bewaffnet rumzulaufen? Nein. Gar nicht. Es kotzt mich an. Ich zahle meine Steuern, damit der Staat die äußere und innere Sicherheit gewährleistet, muss aber feststellen, dass das nicht mehr überall klappt. Ich habe die Weihrauch bereits ziehen müssen, um einen Gelegenheits-Raubüberfall durch zwei Männer abzuwehren, die mich aufgrund meiner runden Brille für einen harmlosen Großstadtintellektuellen hielten - das ideale Opfer. An der Stelle, an der ich stand, war ein paar Jahre zuvor ein Junge erstochen worden. Ich war also gewarnt. Schießen musste ich glücklicherweise nicht. Die Drohung wirkte. Ebenso habe ich den Angel bereits mehrfach gezogen und mit den Kontrahenten auf die Polizei gewartet. Bei zwei Vorfällen stellte sich der Kontrahent als vorbestraft heraus. Manche von denen sind nicht gerade die hellsten Kerzen auf der Torte. Die Polizei wollte dann jedesmal meinen kleinen Waffenschein sehen, obwohl der Angel frei ist, wünschte mir einen schönen Tag, ließ mich des Weges ziehen und kümmert sich um den Pflegefall, wie es sich für ordentliche Lebensbegleiter gehört.


    Diese Haltung, nicht zurückzuweichen, sich in jedem Fall zu wehren, habe ich auf den Straßen und auf den Fußballplätzen Essens gelernt. In meiner Kindheit und Jugend. Schon damals war es so: Du kassierst das Foul, stehst schweigend wieder auf und wartest auf die zweite Halbzeit. Dann hat der Schiri das Foul vergessen. In einem günstigen Moment kommt die Revanche ohne Rotgefahr. So verschafft man sich Respekt. Von Halbstarken mit Mofas ließ ich mich schon als vorpubertäres Kind nicht terrorisieren. Ich wehrte mich, kriegte zwar einen drauf, hatte danach aber meine Ruhe. Das prägt.


    Gefällt mir das? Nein. Gar nicht. Lieber wäre mir, der Rechtsstaat würde besser funktionieren. Dazu müssten aber die doppelten Standards - Du hast das mit "Täter schützen" prima beschrieben - endlich mal abgeschafft und alle gleich behandelt werden - mit echten, empfindlichen und dennoch als gerecht empfundenen Strafen. Die aber hat es viel zu lange nicht gegeben. Erst jetzt, wo die Einschläge näher kommen, ändert sich etwas. Dieselben Träumer, die jetzt das harte Durchgreifen gegen Verbrecher beklatschen, haben vor 15 Jahren noch ganz anders geredet.


    Die Niederlassung, die hinter dem problematischen Ort liegt, habe ich jetzt verlegt. Noch zwei Monate und ich muss da nie wieder hin. Als Flucht empfinde ich das nicht, sondern als Glück, weil ich zwar wehrhaft, aber als Mensch sehr friedlich bin. Die Weihrauch bleibt dann verschlossen im Schrank.


    Die Idee der Vereinsvorstände der nationalistischen Vereine, es müssten immer 5 Deutsche auf dem Platz stehen, ist ebenso eine Illusion. Es ist rechtlich unzulässig, so etwas einführen zu wollen. Schon deshalb wird es nicht passieren. Ferner bezweifle ich, dass das von deren Seite wirklich gewünscht ist, maße mir hierzu aber kein echtes Urteil an, weil ich zu lange raus und viel zu weit weg bin.

    Nur der RWE

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    04.11.2019 - 22:13 - Außenverteidiger

    Ich habe es genauso aufgenommen Ata. ;) Du und ich können schmunzeln. Somit haben wir beide Spaß.


    "Das man Hass in Ehrgeiz und Erfolg wandeln kann ist mir klar." Genau das meine ich. Diese Stimmulation, muss auf dem Platz stattfinden. Wir sind doch mitten im Existenzkampf. Einige lachen über RWO, aber die sind uns halt ein bis zwei Generationen voraus. Nur deshalb will ich entsprechend schreiben. Wer die letzten Jahre im Stadion war, hatte nicht den Eindruck eine sich wehrende Truppe auf dem Platz zu sehen. Mit dem Hintergrund Regionalliga, Zuschauerschwund, Geldproblemen usw...habe ich keinen Spaß und aufmunternde Worte nach einem 1:1 gegen Wegberg Beeck am 09-09-17. Da bedarf es Typen, die wie unsere früheren Helden über "dunkle" Eigenschaften kommen.

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  • 04.11.2019 - 21:08 - ata1907

    Hallöchen ihr rot-weisse Typen. Kurz noch meinen Senf dazu geben, dann können Anton und Außenverteidiger loslegen. Ich bin gespannt...


    Anton:

    Das man Hass in Ehrgeiz und Erfolg wandeln kann ist mir klar. Und zwar in die eine sowie in die andere Richtung. Verstehen kann ich es insofern, weil ich früher auch alles versucht habe, dass die Punkte bei uns an der Hafenstraße bleiben. Ist mir trotzdem mittlerweile ein bisschen too much. Im Stadion oder am Radio oder am Liveticker durchzudrehen, fällt mir immer noch leicht, trotzdem habe ich es nicht so mit diesem Hass Dingen.

    Ach so und frendschämen kannte ich früher mal, ist aber lange vorbei. Ich kann nur für mich selbst sprechen und wie Du so schön sagtest: "Jeder blamiert sich so gut, wie er kann."


    Außenverteidiger:

    Gerne geschehen, Dir eine große Freude gemacht zu haben. Fällt mir leicht. Ich glaube, Du weißt auch wie ich es gemeint habe. Will bestimmt hier keinen belehren. Deine wortgewaltigen Hass- und Wutbeiträge sind nicht meine Sprache, ich staune halt über dieses übertriebene Element darin. Wenn ich's dann ein bisschen auf die Schippe nehme, habe ich doch ein Grinsen auf den Lippen.


    Pimmelman:

    Der Mädchenknopf ist auf Deinem Mist gewachsen, hat sich hier voll etabliert und ich finde ihn auch originell und passend.

    Ich drücke ihn trotzdem nie. Wie gesagt, wenn nicht gerade in heller Begeisterung aus "Mein Kampf" zitiert wird, lasse ich hier jeden seinen Sinn und Unsinn 'reinstellen. Meistens finde ich es nach ein paar Schreikrämpfen, sogar witzig auf was für Dinger die Leute kommen.


    Anton/Alle/RWE/WSV:

    Ja wat denn!? Natürlich freu' ich mich auf dat Spiel. Ich hoffe auf weitere Duelle gegen "Sin City"!!!

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    04.11.2019 - 11:16 - Anton Leopold

    @Außenverteidiger

    Hochinteressant! Ich melde mich heute Abend.

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    04.11.2019 - 10:12 - Außenverteidiger

    @Anton: Bin bei dem ersten Teil zu 100 % bei dir. Billig und günstige Preise sind der Horror. Da muss ich schon ein großer Unmensch sein, um güntsig geil zu finden.


    Wen meinst du mit "Aufstiegswilligen"? Ein großes Sozialisationsthema. :P Mündet natürlich auf dem Platz. Grundlegend sind wir alle selbstbewusster geworden. In- und Ausländer. Da wäre auch der Schlüssel. Wir achten einander und reden nicht von Migranten oder so einen beleidigenden Scheiß. In der Regel kennt jeder von jedem die Nationalität nach wenigen Einheiten. Die größte Gruppe müssen die Inländer darstellen,war sogar ein Tipp von zwei ausländischen Vorständen. (4-5 pro Nation) Anschließend haben wir viele Spieler vom Balkan, der Türkei, Kurden usw...Jede Kultur hat seine eigenen Vorstellungen von Recht und Ehre. Dies gilt es zu akzeptieren. Wir passen uns ein wenig den Südländern an und die sich uns. Gegen Problemkinder oder Problemgegner gehen wir hoch aggressiv vor. Wenn wir foulen und der Schiri pfeift, beschweren sich fast alle von uns. Wenn wir gefoult werden, regen wir uns auf. Hart in den Zweikämpfen und die Ausländer beledigigen auf deren Sprachen zurück. Gleichzeitig sind wir Inländer für unseres gleichen zuständig. Spiele gegen Migrantenvereine stehen normalerweise immer kurz vor dem Abbruch. Diese Vereine sind eigenetlich hochnationalistische Vereine, wo auf ihrem Niveau gegen die Inländer oder kulturelle Gegner angetreten werden kann. Das Sportgericht schützt die Täter einfach besser, als die zivilen Gerichte. Könnte noch viel mehr dazu schreiben. So sieht die Realität aus.

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    04.11.2019 - 06:17 - Anton Leopold

    @Außenverteidiger

    Das mit den Löhnen sehe ich genauso und handhabe es auch so. Es macht große Freude, guten Leuten viel zu geben. Das Leben ist Geben und Nehmen. Mit dem Trinkgeld halte ich es auch so. Leistung muss sich lohnen.

    Eine Frage hätte ich, der vor über 20 Jahren zuletzt an einem Meisterschaftsspiel als Spieler teilgenommen hat, aber doch: Wie wappnet Ihr Euch auf dem Platz gegen die Gewalt der "Aufstiegswilligen"? Auch zu meiner aktiven Zeit kannte man seine Pappenheimer, aber heute hat das eine andere Qualität; allein die Häufigkeit der Spielabbrüche sowie der Schiedsrichterstreik sprechen ja Bände.


    @Pimmel07

    Selbstbeherrschung zu trainieren war und ist ein Ziel des Sports, quasi ein Programm zum Lernen, wie man sich nicht gehen lässt. Wo Sanktionen wirken, ändert sich das Verhalten. Ein Tipp: Das Spiel HSV gegen Real Madrid (5:1) von 1980. Man findet es noch irgendwo auf YT. Nach heutigen Regeln wäre der Platz nach 15 Minuten halbleer gewesen. Unfassbar, welche Fouls nicht geahndet wurden. Der technisch bessere Fußball von heute ist auch durch härteres Durchgreifen seitens der Schiedsrichter zu erklären, nicht nur durch den besseren Rasen und die bessere Ausbildung. Ich denke, fast alle Spieler, sogar Rooney, haben über ihre roten Karten nach dem WM-Spiel ENG-HOL im Jahr 2006 nachgedacht und daraus gelernt. Ich empfinde "sich gehen lassen" als unmännlich. Deshalb hast Du meine volle Zustimmung.


    Mädchenknopf: Die Frage ist immer: Wer beurteilt den gemeldeten Inhalt, nachdem der Mädchenknopf gedrückt wurde? Man muss durch Falltraining lernen, wann eine Meinungsäußerung rechtswidrig ist, denn hierzu benötigt man heutzutage mehr als Artikel 5 des Grundgesetzes und die "Lüth-Entscheidung". Die Entscheidungen gehören in die Hände von Volljuristen und nicht ins Löschzentrum, wo sie willkürlich gehandhabt werden können. Ich sehe die Flucht des Staates ins Privatrecht grundsätzlich als sehr problematisch an. Das dazu. Tiefere Ausführungen würden hier zu weit führen.


    @alle

    Freuen wir uns aufs Derby?

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    03.11.2019 - 23:42 - Außenverteidiger

    Besonders gut ist der Beitrag von Pimmel07.

    Anton hat zum großen Teil recht. ;)

    Ata: Du hast mir eine große Freude gemacht. :)


    Richtigerweise geht´s um Gefühle im Sport. Gefühle muss jeder kontrollieren können. Emotionale Ausbrüche sind absolut deplaziert. Was heißt das? Jeder von uns braucht irgendwo ein ziviles Ventil zum auslassen. Ich habe den Fußballsport gewählt. Auf dem Platz und der Tribüne. Natürlich im Rahmen der Gesetze. Warum sollte ich in der zivilen Welt herumschreien? Natürlich trenne ich den Profifußball vom Amateurfußball.


    Der Sport Fußball stellt eine Ausnahme weltweit dar. Durch seine Globalisierung, geht´s in manchen Ländern und für manche Spieler wirklich um Leben und Tod. Dieser Drang und Antrieb, ist weit weg von unserem sportlichen Gedanken. Die Alternative im zivilen Leben sich auf Sozialsysteme oder normale Berufe verlassen zu können, haben viele Nationen nicht. Hier kann ein guter Fußballer bis in die Kreisklasse über Vitamin B einen sozialversicherungspflichtigen Beruf erhalten. Ist doch ein Wahnsinn oder?

    Diese Situation sorgt dafür, dass man mental Werkzeuge entwicklen muss, um gegen solche Spieler wettbewerbsfähig zu bleiben. Genauso haben wir in Europa genug Problemviertel in denen ganz andere mentale Fußballer entwickelt werden. Mit Spaß kommt man LEIDER nicht mehr weit. Ist auch nie ein Ziel vom Fußball/Gesellschaft gewesen. Oder ist es normal seine Gegner auf dem Platz zu beleidigen, zu treten oder sogar zu verletzen? Passiert doch in jedem Spiel. Soviel zum IST-Zustand.


    Das Yerkes-Dodson-Gesetz zeigte schon 1908 positive und negative Stimmulationen über Ängste usw. Wir haben unser Leben seitdem nicht umgestellt. Natürlich ist dies immer ziemlich reißerisch. Ich erfinde nichts Neues und alle Dinge sind schon in der Welt. Es ist für viele irritierend, wenn man an die Grenzen geht. Erschreckend ist immer das Erwachen in seiner Welt.


    @Anton: Katharsis? Mag gut sein, wenn man im Wirtschafts- und Bildungsbereich täglich unterwegs ist. :) Meine politische Gesinnung werde ich hier garantiert nicht offen legen und ist durch meine Äußerungen nicht zu erkennen. Zwei Tipps: Ich würde niemals weniger als 10 % Trinkgeld geben und bin ein Fan von höhren Preisen, durch eine höhere Entlohnung. ;) Der andere Tipp: Hass war und ist niemals ein Problem. Sondern die Auslöser der Emotionen sorgen für Probleme. Wir bereden immer nachgelagerte Probleme unserer Geschichte. Schön einfach und oberflächlich. Probleme entstehen da, wo Debatten verboten oder abgewürgt werden oder die persönliche ökonomische Gier wächst.


    Will hier jetzt keinen ausführlichen Taxt schreiben. Würde eine empirische Arbeit werden und ist mit Sicherheit nicht für alle interessant.


    PS: Wer die Bild liest oder gelesen hat, sollte niemals von Lügenpresse reden. Wer ein Betrügerblatt kauft, darf sich nicht über Betrug aufregen. Wer pink nicht mag, sollte sich nicht pink einkleiden.Für die Wahrheit muss jeder ein wenig basteln. Kann ich privat nur empfehlen. Jedoch sind wir hier beim Sport.

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  • 03.11.2019 - 21:18 - Pimmel07

    Anton... Danke für diesen Beitrag!


    Gleichzeitig auch verhaltene Kritik, denn das, was wir als Hass erleben, geht ja über jedes normale Erleben von Abneigung hinaus, in Richtung krankhaftes Verhalten, Übermaß eben. Wenn das in Filterblasen eintritt, wie sie heute möglich sind, dann braucht man halt gelegentlich einen Mädchenknopf, weil einige eben irre die üblichen Grenzen überschreiten.


    AV finde ich oft grenzüberschreitend, aber ich glaube, dass er nur übertriebenen Ehrgeiz zeigt. Er begrenzt es auf?s Spiel und damit isses gut. Seine Wo


    Hass braucht aber keiner und der Begriff wird m.E. nicht benutzt, um Leute mundtot zu machen, sondern wenn Leute keine Grenzen mehr akzeptieren. Das ist im Fußball manchmal eng, im Handball, Eishockey oder Basketball nicht üblich..Oha, damit könnte man ein großes Fass aufmachen...


    Und wenn Du Hass als Gefühl siehst, dann weise ich darauf hin, dass man seine Gefühle auch kontrollieren kann. Ich denke, dass viele Leute sich gehen lassen und DENKEN, sie hätten sich nicht unter Kontrolle. Meistens ist das Gegenteil der Fall, man lässt sich gehen.

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    03.11.2019 - 18:43 - Anton Leopold

    ata1907

    Hass ist ein Gefühl. Sonst erstmal nix. Es ist ein starkes Gefühl der Abneigung gegen eine Person oder eine Personengruppe, gepaart mit erheblichem Widerwillen zur Kooperation.


    Insofern ist Hass erst einmal wertneutral. Wenn Hass zu Zorn wird, ist er ein Lebensfeind. Wandelt sich Hass in Ehrgeiz und Zielstrebigkeit, kann er die Basis sein, um nicht nur eigene Ziele zu verwirklichen sondern auch gemeinstiftend Nützliches zu bewirken. Alle Religionen und Philosophien kennen diese zwei Wege. Viele Menschen in meinem Alter haben möglicherweise sogar eigene Erfahrungen gemacht.


    Wer heute das Wort "Hass" benutzt, provoziert. Wie ist das möglich? Ganz einfach: Das Wort Hass wurde politisch - teilweise aufgrund gezielter Instrumentalisierung, teilweise aufgrund offensichtlicher Hilflosigkeit.


    Ein Beispiel: Wir alle leiden hier unter dem "Mädchenknopf" - so hat Pimmel07 ihn bezeichnet, nachdem er meinen Begriff "mädchenhaftes Verhalten" aufgegriffen hat. Ich habe mich über den gelungenen Sprachcoup köstlich amüsiert - "Mädchenknopf" finde ich astrein. Dafür liebe ich die RWE-Fans. Datt gibbtet nur bei uns.


    Warum aber gibt es überhaupt den "Mädchenknopf"? Es ist eine direkte Reaktion auf das "Netzwerkdurchsetzungsgesetz" was die alte GroKo in einer Marathon-Sitzung kaum beschlussfähig durch den Bundestag gepeitscht hat. Sein Ziel ist die Bekämpfung des Hasses. Das Problem: Sämtliche - ich übertreibe nicht - sämtliche Juristen Deutschlands wissen, dass die Bekämpfung von "Hass" gar kein legitimes Ziel eines Gesetzes sein kann. Hass ist eine Emotion, die man genausowenig bekämpfen kann wie Liebe. Er/sie ist einfach da. Deshalb ist das Gesetz aufgrund eines fehlenden legitimen Zwecks evident verfassungswidrig. So sah es übrigens der wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages von Anfang an.

    Fazit: Wir leiden hier alle unter dem untauglichen, von vornherein aussichtslosen Versuch, "Hass" durch ein Gesetz zu bekämpfen.


    Der Begriff "Hass" wird gezielt benutzt, um Menschen mundtot zu machen, um den Diskurs zu verengen. Er wird benutzt, um berechtigte Kritik abzuwerten, teilweise sogar, um sie zu kriminalisieren.


    Ein Kommentator wie Außenverteidiger, der seine politischen Überzeugungen nicht verbirgt, erlebt meines Erachtens eine Art Katharsis, wenn er den Begriff so häufig benutzt. Andererseits trifft er den Punkt, wenn er fordert, dass die stark konzentrierte Abneigung gegen den Gegner in Motivation umgewandelt wird. Außenverteidiger schreibt im Kontext absolut unfallfrei. Diese Chuzpe - mit dem Röhrensound im Hintergrund - hat mir schon viel Freude bereitet.


    Das Umsensen des Gegners war früher in jedem Spiel zu sehen - mein absoluter Liebling war der Sensenmann Matthias Jack. Heute kostet es viel - wir denken an Kai Pröger und seine Sperre, ob berechtigt oder unberechtigt.


    M.E. schlägt Außenverteidiger hier sehr listig zwei Fliegen mit einer Klappe, was ich mit einem Schmunzeln zur Kenntnis nehme.


    Ich empfinde den inflationären Gebrauch dieser Worte als schädlich. Dies mag daran liegen, weil ich mit Bundestagsdebatten aufwuchs, in denen Wehner, Strauß, Schmidt, Genscher, Dregger, Eppler und Geißler kein Blatt vor den Mund nahmen. Wer sich an die Elefantenrunden vor den BT-Wahlen 1976 und 1980 erinnern kann, weiß, was ich meine.


    Wer in unseren Jahrgängen zur Welt kam, hatte teilweise noch die Kriegsgeneration als Lehrer. Da hat man viel Härte abbekommen. Ich empfinde deshalb auch keine Lesescham, habe keine Flugscham, ernähre mich ohne schlechtes Gewissen ausgewogen und v o r a l l e m:


    Ich fühle mich weder durch Kunst noch durch Begriffe beleidigt oder provoziert. Auch Fremdscham ist mir fremd, denn jeder blamiert sich so gut wie er kann.


    Ich freue mich aufs Derby.

    Nur der RWE

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    03.11.2019 - 15:18 - ata1907

    Hallo Außenverteidiger.

    Das dachte ich mir, dass ich Dir mit diesem Klassiker etwas Gutes tu. Bei mir war's aber ein wenig ironisch gemeint. Gut, kaputt gelacht habe ich mich schon damals über diesen Scheiß.

    Beliebt war ja auch immer "Die Presse, die Presse, die kriegt ein auf die Fresse!". Ist ja wohl wieder modern geworden und ich würde sagen, wieder bei den gleichen Leuten. Lach ich jetzt nicht mehr drüber, weil ich die geifernden Leute vor Augen habe.

    Wollte ich auch gar nicht darauf hinaus.


    Ich glaube, wir stimmen nicht in allzu vielen Sachen überein. Finde ich generell ja immer geiler, müssen wir aber auch nicht. Wo wir aber garantiert zu 100% übereinstimmen, ist unser beider heiß und innig geliebter Verein. Mit all seinen Fehlern und Macken und auch mit den Leuten, auf die ich eigentlich keinen Bock habe.

    Bei Dir sehe ich immer viel Wut und Hass und archaischen Kram. Auch nicht meine Schublade. Ich kann's mittlerweile akzeptieren. Zum einen, weil wir beide Rot-Weisse sind und zum anderen, weil es von Dir bisher, so empfinde ich es, noch nicht ausfallend war. Ich hoffe es bleibt so...


    Eine Frage hätte ich dann doch: Wie kommt man auf so einen Kram, wie Deine Kommentare vom 02.11., 16:24 und 16:26?

    "16:24 - Wir haben so viel Wut und Hass. Wir können ganze Landschaften besiegen. Diese Wutwelle wir uns siegen lassen."

    "16:26 - Für drei Punkte geben wir alles. Für drei Punkte gehen wir an den ethischen Rand und für drei Punkte kämpfen wir über alles. Wie Bestien und Liebhaber."


    Als Tattoo lass' ich's mir jetzt nicht stechen, kann aber gut angehen, dass ich's mir bei Gelegenheit mal ausleihe, um einem Kommentar die richtige Würze zu verleihen.

    Vor allem: "Bestien und Liebhaber; und diese Wutwelle". So schön überzogen, auch wenn Du es wahrscheinlich ernst meinst. Ich hoffe, das ist OK.


    Was will uns dieser Kommentar sagen? Ich glaube nichts, war in erster Linie für'n Außenminister,... ähh Außenverteidiger. Sorry, der musste trotzdem kurz sein.

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    03.11.2019 - 05:14 - Außenverteidiger

    ata : Ja, ein toller Klassiker. :)


    @ddv: Ist doch alles gut. Wir haben zwei Sichtweisen. Für mich zählt nur der Sieg. Fußball ist eigentlich langweilig und die einen erfreuen sich an schönen Spielzügen und ich mich an wunderschönen Grätschen/Zweikämpfen/Tacklings.

    Bei der Leidenschaft, Einsatzwillen und Spieler die sich “zerreißen“ (welch ein Wort und sowas von dir?;) ) bin ich bei dir. Nun stellt sich die Frage, wie in Krisenzeiten unser gewünschter Zustand erreicht werden kann? Jeder ist anders zu motivieren. Stichwort Derbys usw. welche Art Emotionen haben viele Spieler?

    Langlitz hat alles gegeben und hat lieber aufrecht verloren. Die Niederlage war da und wer weiß, wozu der Tritt noch gut war? Sowas will ich von unserer Mannschaft sehen, sich auch in der Niederlage zu wehren. Wir Fans konnten ebenfalls ausrasten. Bei uns haben alle Rot gefordert. :) Welch ein Spaß.

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    03.11.2019 - 03:13 - Überdingen

    RWEimRheingau...."bei den Herren" sollte das heißen;)

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    03.11.2019 - 03:10 - Überdingen

    Hi rwekopo....apropo....Tabellenspitze übernehmen.....hat die KFC UERDINGEN 05 -A Jugend heute gemacht....vorübergehend....wer weiß?

    Wie auch immer der Kampf um Platz 3 mit rwo bei der Herren bleibt spannend;)

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    02.11.2019 - 23:49 - RWEimRheingau

    Heucheln sollte es heißen.

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    02.11.2019 - 23:46 - rwekopo

    Überdingen und FB51,Brüder im Geiste.Achja,Überdingen,der MSV wird demnächst die Tabellenspitze übernehmen:

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  • 02.11.2019 - 23:39 - RWEimRheingau

    Überlingen, was ist los mit Dir? Solche Worte von Dir, ich staune! Aber mach ruhig weiter so (mit dem Heueln)!

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    02.11.2019 - 23:27 - Überdingen

    Julius Oppermann hat es wieder auf den Punkt gebracht....;)....mal als Wette angeben...gibt jede Menge Kohle nach der Saison;)

    Ja und das mit dem Hasshassahass......muß das denn immer sein?....es geht auf Weihnachten zu....da kann man das doch mal ne Zeit wegheucheln;)

    Also darum...herzlichen Glückwunsch zum Sieg;)

    Dieser Beitrag wurde gemeldet und wird von der Redaktion geprüft.

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    02.11.2019 - 23:14 - ata1907

    "Wir haben euch was mitgebracht: HASS, HASS, HASS!"

    Sorry, der musste mal raus. Ein zeitloser Klassiker aus den 80ern.

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    02.11.2019 - 22:48 - derdereuchversteht07

    Mein Gott bist du wirklich so beratungsresistent? Hier schreibt man nicht mit dir, sondern über dich. Merkst du nicht das du allein auf weiter Flur bist. Man will dir ja nichts, schließlich bist du ja auch Fan vom RWE. Aber deine Wortwahl ist wirklich krass und unangebracht. Noch mal Hass und Wut sind auf dem Platz schlechte Ratgeber. Siehe heute Herr Langlitz. Was wir Fans auf dem Platz sehen wollen ist Leidenschaft, Einsatzwille, eine Mannschaft die sich zerreißt, eine Mannschaft die bis zur letzten Minute alles gibt, Tore, schöne Spielzüge und super Stimmung. Bestimmt habe ich das ein oder andere vergessen. Aber bestimmt gehen wir nicht zum Fußball um Hass zu sehen bzw. zu erleben.

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    02.11.2019 - 22:08 - Außenverteidiger

    Die Lust auf's gewinnen oder aus Problemzonem heraus zu kommen geht nur mit negativen Attributen. Gier/Wut/Hass...alles Emotionen die genutzt werden können. Oder was heißt ein dreckiger Sieg? Gras fressen usw? Man muss sich nur Trainer wie Klopp, Streich, Simone usw anschauen.

    Am Ende geht's doch um den Sieg und ähnlich belastende Emotionen wie die Liebe. In diesem Fall zu unserem RWE.

  • Eine weitere Lektion zum Thema Platzverweis

    https://www.reviersport.de/art…ertal-spiel/#comments_box


    06.11.2019 - 13:00 - Frankiboy51

    Ja ja, die schlichten Gemüter !

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    06.11.2019 - 11:07 - Außenverteidiger

    Wie immer sehr gut zusammengestellt Anton. Bin fast überall deiner Meinung und genau diese Entwicklung wird uns angeboten oder steckt hinter den Aussagen. Natürlich ist der Protest hochpolitisch. Da wird der politische Diskurs auf den Fußball übertragen. Letztendlich kann ich die Unzufriedenheit verstehen, jedoch freuen sich die Mächtigen über solche Aktionen. Die An und Abreise wird weniger erschwert. Eigentlich steht der Verein über allem.


    Falls es falsch herüber kam. Ich bin mega Preußenfan und unheimlich dankbar für deren Erfindung des Sozialsystems.


    Wie du schon geschrieben hast, basieren die Gesetze auf einer gewissen Vernunft usw., jedoch bei einer starken Erziehung des Staates, wo alle Bürger auf einen Nenner gebracht werden. Letzteres fehlt heute und die Erziehung ist seit der 68er Generation total in die Hose gegangen. Deshalb wird die persönliche Freiheit menschlich und nicht demokratisch/staatsbürgerlich ausgelebt. Der Mensch hat auch mal Bock sich auszuleben. Wer mutig ist, wird an Grenzen gehen, die viele verstören und wo die aktuellen Gesetze nicht abschrecken. Witzigerweise sind alle Fangruppen einem der erwähnten Sozialkonstrukte nahe. Egal wer davon an der Macht ist würde dieses Benehmen mit Prügel ohne Ende strafen.


    Ich bin der Meinung, dass die Gesetzesfolgen nicht mehr zeitgemäß sind und bin in diesem Punkt bei den Ultras. Der bewiesene Anhaltspunkt der Gefahren muss als Beweis dienen, um Personen generell aus dem Verkehr zu ziehen. Wer in dieser Saison irgendwo randaliert hat, gehört in den Knast und nicht mit einem Betretungsverbot belegt. Unsere Gerichte sind überlastet. Warum? Weil jeder Sche*ß diskutiert wird. Tatbestand der Sachbeschädigung bewiesen= Knast. Kommt das noch einmal vor gibt's mehrere Jahre. So kommt man wieder Ordnung in den Saustall.


    Zusammengefasst: Für den heutigen Freiheitswunsch, bedarf es einer ordentlichen Erziehung. Weg vom Menschen und hin zum Bürger. Kinder können sich nicht selbst erziehen und sollten in unsere komplexe Welt eingeführt werden.


    Ich fahre nach Wuppertal. Warum? Zum einen steigt die Freude und Wut auf 90 Minuten RWE und zum anderen bin ich ein Fan des Fußballs. Der jetzige Vorstand in Wuppertal macht seine Sache sehr gut. Die Wuppis unterstützen uns immer mit bis zu 1000 Fans. Ein mega Verdienst im Vergleich zu den U 23 Mannschaften mit älteren Spielern.

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    06.11.2019 - 09:46 - asaph

    Ich schätze mal, die echten RWE-Fans fahren nach W und die Selbstdarsteller bleiben zu Hause. Alles gut, vllt. mal ein Spiel ohne Randale!

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    06.11.2019 - 08:07 - Anton Leopold

    @Außenverteidiger

    Leider kann ich nicht ohne politische Bezüge ausführen, weil der Zeitlauf politischen Bewegungen unterworfen war und ist. Ich bedaure dies, es geht aber nicht anders.


    Zum BGB: Das Privatrecht verfolgt im Wesentlichen das Ziel der Auflösung und Lösung sozialer Konflikte von Rechtssubjekten (Menschen, Vereine, Körperschaften, juristische Personen, Personenvereinigungen), die auf gleicher Ebene stehen. Diese Konflikte sind menschlich und treten unabhängig von Staats- und Gesellschaftsform auf. Ihre Intensität und Ausprägung in der Breite korreliert mit dem Maß an gewährter Freiheit.

    Die Fortgeltung des BGB von 1900 regelt das Grundgesetz von 1949. Die Staatsform ist auf keinen Fall alles andere als egal. Das BGB von 1900 unterliegt einerseits römischen Prinzipien und stellt andererseits dem Liberalismus des 19. Jahrhunderts ein Zeugnis aus. Es passt zu allen Staatsformen, soweit diese im Kern rechtsstaatliche Strukturen aufweisen. Deshalb passte es zum Kaiserreich von 1871, das zwar keine Demokratie im heutigen Sinne, sehr wohl aber ein Rechtsstaat war, es passte zur sowohl demokratischen als auch rechtsstaatlichen Weimarer Republik und selbstverständlich zur Bundesrepublik Deutschland. Es passt nicht zum Sozialismus, weder zum braunen, noch zum roten, und wird nicht zum erwarteten grünen passen. Das ns-Regime bezeichnete es als "undeutsch" und hob weite Teile auf, etwa durch Rassengesetze. Die DDR führte ein eigenes Zivilgesetzbuch ein, weil Eigentumsgarantie und Kommunismus natürliche Feinde sind. Wenn heutzutage Funktionäre von Verbraucherschutzverbänden in der Öffentlichkeit äußern, "das Bild des mündigen Verbrauchers" sei "überholt", muss jedem klar sein, wohin die Reise im grünen Sozialismus gehen wird. Für braune Sozialisten war es schon deshalb eine Provokation, weil seine Regeln zur "Gesellschaft" edler daherkommen als die Regeln zur "Gemeinschaft". Für rote und grüne Sozialisten ist der Grad an gewährter Freiheit eine Provokation - für die Kommunisten unter ihnen (Marx/Lenin/Stalin = rot; Mao = grün) ohnehin (vergleiche die Ziele des kommunistischen Manifests) für die Rousseauisten grüner Prägung aber auch, weil es mit seiner freiheitlichen Struktur dem durch Selbstermächtigung ermittelten "volonté géneralé" zuwiderläuft.


    Zurück zum Betretungsverbot.

    Strafrecht und Ordnungsrecht (hier Polizeirecht) sind in modernen Rechtsstaaten getrennte Materien. Das Strafrecht dient der Verfolgung und Ahndung von bereits verübten Straftaten. Das Ordnungsrecht dient der Gefahrenabwehr, sprich der vorsorglichen Verhütung solcher Taten.


    Ein Beispiel: Wenn jemand in seiner Liegenschaft unbemerkt alle Brandschutzbestimmungen und erkannte Brandgefahren ignoriert, kann er im Brandfall wegen fahrlässiger Brandstiftung strafbar werden, worauf empfindliche Strafen stehen. Die im jeweiligen Bundesland zuständige Behörde zur Abwehr der Brandschutzgefahren wird aber bereits vorher tätig, z.B., wenn jemand eine Nutzungsgenehmigung oder eine Nutzungsänderung beantragt oder wenn ein Nachbar der Behörde einen Hinweis auf die Missstände gibt. Dann erscheint u.a. (je nach Bundesland verschieden, denn Ordnungsrecht ist Ländersache) die Feuerwehr und kontrolliert die Einhaltung der Bestimmungen. Erkennt die Behörde Mängel, kann sie durch verschiedene Verwaltungsakte reagieren, etwa Nutzungsuntersagungen aussprechen oder Beseitigungsanordnungen treffen. Bußgelder wegen einer Ordnungswidrigkeit sind ebenfalls denkbar. So kann es auch im EFH kommen, wenn die Feuerwehr verbietet, dass sich im ausgebauten Dachgeschoss Menschen zu Wohnzwecken aufhalten, weil ein Rettungsweg fehlt.

    Kurz: Ordnungsrecht (Polizeirecht ist Teil dieser Materie) dient der Gefahrenabwehr, Strafrecht der Verfolgung bereits in Straftaten realisierter Gefahren.

  • Zwei geteilter Kommentar. Hier 2, Teil, erster Teil oben


    Wie gewohnt, von unten nach ober zu lesen, bis zu meinem "schlichten Gemüt."


    Die Wurzeln des heutigen Polizeirechts liegen in der Restauration Metternichs. Stellt man sich Zeitläufe in Gesellschaften als Pendelbewegungen vor, erscheinen Hambacher Fest und die Revolution von 1848/49 als natürliche Abwehrbewegungen gegen Beschränkungen des Freiheitswillen des Menschen. Preußens rechtsstaatliche Wurzeln reichen weit bis ins 18. Jahrhundert zurück. Preußisches Polizeirecht wirkt aus heutiger Sicht autoritär, folgte aber bereits damals Prinzipien der Vernunft und der Aufklärung. Es ist unfair, es an heutigen Maßstäben zu messen.

    Mit dem Bonner Grundgesetz von 1949 unterliegt jedes staatliche Handeln dem aus Art. 20 Grundgesetz abgeleiteten Rechtsstaatsgebot. Hierzu gehört entscheidend der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit. Ein längerfristiges Aufenthaltsverbot, hier Betretungsverbot genannt, stellt einen scharfen Eingriff in Grundrechte dar, insbesondere in das Grundrecht auf allgemeine Handlungsfreiheit gemäß Art. 2 Grundgesetz. Eine Polizeibehörde, die ein solches gem. § 35 Absatz 2 Polizeigesetz NRW ausspricht, muss deshalb die Grenzen der Verhältnismäßigkeit beachten. Das heißt: Die Maßnahme muss einen zulässigen Zweck verfolgen, generell geeignet sein, das Ziel zu erreichen, von den zur Wahl stehenden Mitteln das mildeste sein und nach einer Abwägung auch angemessen sein.

    An dieser Stelle wird es spannend. Ich hasse Spekulationen, aber wenn die Behörde rechtmäßig handelt, hat sie Gefährder im Blick, die bereits auffällig geworden sind. Ferner - Achtung mildestes Mittel - sollte sie bereits die Maßnahme der Gefährderansprache genutzt haben, beispielsweise vor dem Auswärtsspiel gegen RWO. Schaut man sich die Bilder im Internet an, die in Bezug auf das Auswärtsspiel in OB entstanden sind, kann man auf die Idee kommen, dass das nicht viel genutzt hat. Schließlich müssten die betroffenen Personen bereits Ziel von Platzverweisen geworden sein, die ebenfalls keinen Lerneffekt nach sich gezogen haben dürfen. Das weiß ich nicht, vermute ich aber. Ich wohne seit Jahrzehnten nicht mehr in NRW. Die bayerische Polizei hat ganz andere Befugnisse und nutzt diese auch. Wer in Aschaffenburg mit einem Kennzeichen der hessischen Stadt Offenbach (OF - ein Buchstabe, vier Zahlen) oder des Landkreises Offenbach (OF- zwei Buchstaben, drei Zahlen) herumfährt, dürfte anlassunabhängige Kontrollen durch die Polizei gewohnt sein - in Bayern hält man Offenbach für die Heimat des Verbrechens.


    Gegenüber einer Ingewahrsamnahme, die eine freiheitsentziehende Maßnahme ist, stellen Platzverweise und Betretungsverbote wiederum die milderen Mittel dar.

    Wenn Du schreibst, dass Du nicht verstehst, wieso ein Gefährder nicht hinter Gittern ist, ist die Frage einfach zu beantworten: Weil diese Eskalationsstufe noch nicht erreicht ist. Was nicht ist, kann noch kommen. Die Engländer etwa machen das seit Jahren mit ihren prominenten Fußball-Randale-Experten.


    Im Übrigen hast Du mit Deinen Fragen mal wieder den Kern getroffen: Wenn das Strafrecht aufgrund überzogener Permissivität nicht mehr genug Abschreckungspotential bietet, kann der Staat nicht anders als zu den Mitteln des Ordnungsrechts zu greifen. Das geschieht sogar in NRW.

    Wer sich das neue bayerische Polizeirecht anschaut, erkennt andere Durchgriffsbefugnisse.


    Man kann diese Entwicklungen beklagen und ich ärgere mich darüber sehr. Ich halte es aber mit Böckenförde und seinem Theorem, nach welchem der liberale Rechtsstaat seine eigenen Voraussetzungen nun einmal nicht garantieren kann.


    Den "aktiven RWE-Fans", die hier mitlesen, sei gesagt: Ihr spielt, wenn und soweit Ihr öffentlich durch antisoziales Verhalten auffallt, nicht nur mit der Zukunft unseres geliebten Vereins, ihr sägt auch am Ast der Freiheit auf dem wir alle sitzen. Bayern steht für den Leviathan im Sinne von Thomas Hobbes. Die bestenfalls roussaueistischen Grünen stehen für eine Nanny-Diktatur im Sinne von bestenfalls Singapur, schlimmstenfalls China. Wollt Ihr Schleierfahndung und Personenkontrollen sowie regelmäßige Durchsuchungen und Ingewahrsamnahmen? Oder wollt Ihr ein Punktesystem und einen Überwachungsstaat? Dann macht weiter. Wundert Euch aber bitte nicht über die Gegenmaßnahmen.


    Den vom Betretungsverbot betroffenen Fans steht der Antrag gem. § 80 Absatz 5 der Verwaltungsgerichtsordnung beim Verwaltungsgericht offen. So teuer ist das Verfahren nicht.